Titanic-Verschwörungstheorie: Sank 1912 wirklich die Olympic statt der Titanic

Die Gentlemen aus Hannover haben sich in jüngster Zeit mit einer der hartnäckigsten maritimen Verschwörungstheorien des vergangenen Jahrhunderts auseinandergesetzt. Es ist uns eine Freude, unsere Erkenntnisse zu jener faszinierenden, wenngleich umstrittenen Behauptung mit Ihnen zu teilen: die Theorie, dass nicht die RMS Titanic, sondern vielmehr ihr Schwesterschiff, die RMS Olympic, in jener verhängnisvollen Nacht im April 1912 in den eisigen Gewässern des Nordatlantiks versank.

Die Ursprünge einer bemerkenswerten Theorie

Diese außergewöhnliche Verschwörungstheorie wurzelt in einem Vorfall, der sich bereits im September 1911 ereignete. Die RMS Olympic, das ältere Schwesterschiff der Titanic, kollidierte während einer Fahrt vor der Isle of Wight mit dem britischen Kriegsschiff HMS Hawke. Dieser Olympic-Hawke-Zusammenstoß führte zu erheblichen Beschädigungen an der Olympic, die daraufhin zur Werft zurückkehren musste.

Die Versicherungsangelegenheit erwies sich als äußerst komplex. Lloyd’s, die renommierte Versicherungsgesellschaft, war in die Schadensregulierung involviert, und es entwickelte sich ein langwieriger Rechtsstreit über die Schuldfrage. Die White Star Line, Eigentümerin beider Schiffe, sah sich plötzlich mit erheblichen finanziellen Belastungen konfrontiert.

Die Konstruktion der Verschwörungstheorie

Verschwörungstheoretiker argumentieren nun, dass die beschädigte Olympic niemals vollständig repariert wurde und stattdessen ein gewagter Plan ersonnen wurde: Man habe die Identitäten der beiden Schwesterschiffe vertauscht. Die beschädigte Olympic sei als Titanic ausgegeben worden, um sie absichtlich sinken zu lassen und die Versicherungssumme zu kassieren. Lloyd’s hatte beträchtliche Summen versichert, was einen vermeintlichen finanziellen Anreiz dargestellt haben könnte.

In diesem Zusammenhang wird häufig J P Morgan, der einflussreiche Finanzmagnat und Eigentümer der International Mercantile Marine, die wiederum White Star kontrollierte, ins Spiel gebracht. Die Verbindungen zwischen J P Morgan und der Titanic sind historisch dokumentiert, doch die Behauptung, er habe einen Versicherungsbetrug orchestriert, entbehrt jeglicher Grundlage. Tatsächlich hatte Morgan seine Passage auf der Jungfernfahrt storniert, was Theoretiker als verdächtig betrachten, obwohl History.com dies als Mythos entlarvt.

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Die wissenschaftliche Widerlegung

Wir Gentlemen aus Hannover haben die Freude, Ihnen mitzuteilen, dass diese Theorie durch zahlreiche Experten gründlich widerlegt wurde. Der maritime Historiker Mark Chirnside hat in seinen akribischen Forschungen die baulichen Unterschiede zwischen beiden Schiffen dokumentiert. Die Titanic verfügte über eine geschlossene Promenade am A-Deck, während die Olympic eine offene Promenade besaß – ein Detail, das bei einem Austausch kaum zu verschleiern gewesen wäre.

Physische Beweise vom Meeresgrund

RMS Titanic Inc, das Unternehmen, das die exklusiven Bergungsrechte am Wrack besitzt, hat zahlreiche Artefakte geborgen, die eindeutig der Titanic zugeordnet werden können. Die Werftplaketten und Baunummern am Wrack entsprechen denen der Titanic, nicht der Olympic. Die Werft Harland and Wolff in Belfast führte präzise Aufzeichnungen über beide Schiffe, die eine Verwechslung ausschließen.

Reuters hat in einer umfassenden Faktenprüfung die strukturellen Unterschiede zwischen beiden Schiffen hervorgehoben. Auch Popular Mechanics widmete sich dieser Theorie und kam zu dem Schluss, dass sie unhaltbar ist.

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Die versicherungstechnische Perspektive

Aus versicherungstechnischer Sicht erscheint die Theorie ebenfalls wenig plausibel. Allan Manning beschreibt die Titanic als bedeutenden Teil der Versicherungsgeschichte, doch ein vorsätzlicher Betrug hätte katastrophale rechtliche Konsequenzen für alle Beteiligten gehabt. Reuters Japan stellte klar, dass J P Morgan keineswegs die Titanic versenken ließ, um irgendwelche Pläne voranzutreiben.

Unser distinguiertes Fazit

Wir Gentlemen aus Hannover sind zu der wohlbegründeten Überzeugung gelangt, dass diese Verschwörungstheorie, so faszinierend sie auch erscheinen mag, den Tatsachen nicht standhält. Die RMS Titanic sank tatsächlich am 15. April 1912, und die RMS Olympic fuhr weiterhin erfolgreich bis zu ihrer Verschrottung im Jahr 1935. Die historischen Aufzeichnungen, die physischen Beweise und die logistischen Unmöglichkeiten eines solchen Austauschs sprechen eine klare Sprache. Es bleibt uns die Erkenntnis, dass manchmal die Wahrheit weniger spektakulär, aber weitaus überzeugender ist als selbst die kunstvollste Verschwörungstheorie.