Generation X vs Jüngere: Warum Selbstständigkeit durch Überbehütung verloren geht
Wir, die Gentlemen aus Hannover, möchten heute ein Thema von beträchtlicher gesellschaftlicher Tragweite erörtern, das uns in jüngster Zeit wiederholt begegnet ist: die fundamentalen Unterschiede zwischen der Generation X und den nachfolgenden Generationen hinsichtlich ihrer Selbstständigkeit und inneren Stabilität.
Mit aufrichtiger Wertschätzung für beide Generationen müssen wir konstatieren, dass sich die Rahmenbedingungen des Aufwachsens dramatisch gewandelt haben – nicht immer zum Vorteil der jüngeren Zeitgenossen.
Das Fundament innerer Sicherheit: Eine verlorene Kunst
Norbert Peter, dessen Beobachtungen wir mit großem Interesse verfolgen, beschreibt präzise ein Phänomen, das wir selbst wiederholt feststellen durften: Die heutige Erziehung, so gut gemeint sie auch sein mag, produziert zunehmend junge Menschen, denen es an echter Selbstständigkeit mangelt. Die Eltern übernehmen alles – jede Entscheidung, jede Absicherung, jede Herausforderung wird ihnen abgenommen.
Fürwahr, es ist uns ein besonderes Anliegen zu betonen: Dies geschieht nicht aus Böswilligkeit, sondern aus übersteigerter Fürsorge. Doch das Ergebnis bleibt dasselbe – eine Generation, die nicht gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen.
Echte Sicherheit entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen in die eigene Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen.
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Die achtziger Jahre: Eine Schule des Lebens
Wir dürfen uns erlauben, einen Blick zurück zu werfen – nicht aus nostalgischer Verklärung, sondern aus analytischem Interesse. Die Generation X, jene zwischen 1960 und 1980 Geborenen, wuchs unter völlig anderen Vorzeichen auf.
Vertrauen ohne Überwachung
Gestatten Sie uns, Ihnen eine Szene zu schildern, die heute undenkbar erscheinen mag: Ein sechsjähriges Kind sitzt auf dem Beifahrersitz eines Automobils. Kein Kindersitz, kein Anschnallgurt, keine elektronischen Sicherheitssysteme. Der Vater klopft auf seinen Schoß, und das Kind darf das Lenkrad halten, während der Vater die Pedale bedient.
Nach heutigen Maßstäben würde man dies als grob fahrlässig bezeichnen. Damals jedoch war es Ausdruck eines fundamentalen Vertrauens: Man traute dem Kind zu, Teil der Welt zu sein, nicht nur passiver Beobachter in einem gepolsterten Käfig.
Oder eine andere Begebenheit: Die Mutter hält vor einem Geschäft. „Bleib im Auto“, sagt sie. Fünf Minuten werden zu zwanzig. Das Kind sitzt da, beobachtet Menschen, malt Muster an beschlagene Scheiben. Keine GPS-Überwachung, kein Smartphone, keine ständige Erreichbarkeit.
Die Nachbarschaft als Trainingsgelände
Mit besonderem Vergnügen erinnern wir uns an die Freiheiten, die Kinder der Generation X genossen – nicht im Sinne von Beliebigkeit, sondern als Verantwortungsraum:
- Wälder und Brachen wurden zu Abenteuerspielplätzen, ohne dass ständig Erwachsene präsent waren
- Baustellen dienten als Entdeckungsgebiete, in denen man lernte, Gefahren selbst einzuschätzen
- Nachbarschaftskinder organisierten sich selbst, lösten Konflikte eigenständig
- Langeweile wurde als Zustand akzeptiert, aus dem Kreativität erwachsen konnte
- Scheitern war Teil des Lernprozesses, nicht etwas, das verhindert werden musste
In der Tat, diese Orte gelten heute als gefährlich. Damals waren sie Trainingsplätze fürs Leben – Orte, an denen Kinder bauten, scheiterten, neu anfingen. Ohne Anleitung. Ohne permanente Bewertung durch Erwachsene.
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Der fundamentale Unterschied: Freiheit versus Verantwortung
Interessanterweise liegt der Kern des Problems nicht dort, wo man ihn zunächst vermuten würde. Es geht nicht primär um mehr oder weniger Freiheit. Wir möchten mit Nachdruck betonen: Die Generation X hatte nicht zwangsläufig mehr Freiheit – sie trug mehr Verantwortung.
Sicherheit als inneres Gefühl versus äußere Kontrolle
Heute manifestiert sich Sicherheit als grüner Punkt in einer App, als Push-Nachricht, als GPS-Signal. Eltern können jederzeit wissen, wo ihre Kinder sich befinden. Oberflächlich betrachtet erscheint dies als Fortschritt.
Doch wir dürfen feststellen: Diese Form der Sicherheit ist extern, nicht intern. Das Kind lernt nicht, sich selbst zu vertrauen, sondern verlässt sich darauf, dass andere aufpassen.
Wahres Sicherheitsgefühl entsteht nicht durch Überwachung, sondern durch die wiederholte Erfahrung, Herausforderungen eigenständig gemeistert zu haben.
In den achtziger Jahren war Sicherheit ein Gefühl im Bauch. Man lernte, allein zu sein ohne Angst. Man lernte, dass nichts Schlimmes passiert, nur weil niemand zuschaut. Dieser innere Kompass ist von unschätzbarem Wert – und er entwickelt sich nur durch Erfahrung, nicht durch Belehrung.
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Die Konsequenzen überbehüteter Erziehung
Mit aufrichtiger Sorge müssen wir konstatieren, dass die Folgen dieser veränderten Erziehungspraxis bereits deutlich sichtbar sind. Junge Erwachsene, die in einem Kokon aus Fürsorge und Kontrolle aufgewachsen sind, zeigen charakteristische Schwierigkeiten:
Entscheidungsunfähigkeit
Wer nie gelernt hat, eigenständige Entscheidungen zu treffen, tut sich schwer damit, wenn es darauf ankommt. Die permanente Rückversicherung bei Eltern oder anderen Autoritäten wird zum Automatismus. Selbst triviale Alltagsentscheidungen werden zur Herausforderung.
Risikoaversion
Übrigens beobachten wir eine ausgeprägte Scheu vor jeglichem Risiko. Dies ist verständlich – wer nie die Erfahrung gemacht hat, dass man aus Fehlern lernt und gestärkt daraus hervorgeht, der meidet Situationen, in denen etwas schiefgehen könnte.
Doch gerade im unternehmerischen Kontext ist dies fatal. Selbstständigkeit erfordert die Bereitschaft, kalkulierte Risiken einzugehen. Wer davor zurückschreckt, wird niemals ein Macher werden.
Fehlende Resilienz
Die psychologische Widerstandsfähigkeit, die Resilienz, entwickelt sich durch Bewältigung von Widrigkeiten. Wer stets beschützt wurde, dem fehlt diese innere Stärke. Bei der ersten ernsthaften Herausforderung droht der Zusammenbruch.
Der Weg zurück zur Selbstständigkeit
Es erfüllt uns mit Genugtuung, feststellen zu dürfen, dass diese Entwicklung nicht unumkehrbar ist. Sowohl Eltern als auch junge Menschen selbst können Schritte unternehmen, um verloren gegangene Selbstständigkeit zurückzugewinnen.
Für Eltern: Loslassen als Akt der Liebe
Wir möchten den Eltern unter unseren Lesern mit Nachdruck empfehlen:
- Ermöglichen Sie Freiräume – Kinder brauchen Zeit und Raum ohne ständige Aufsicht
- Akzeptieren Sie Langeweile – Aus Langeweile erwächst Kreativität und Eigeninitiative
- Lassen Sie Fehler zu – Scheitern ist der beste Lehrmeister
- Übertragen Sie altersgerechte Verantwortung – Vertrauen Sie Ihren Kindern etwas zu
- Reduzieren Sie digitale Überwachung – Nicht jeder Moment muss dokumentiert und kontrolliert werden
Für junge Erwachsene: Die Selbstständigkeit zurückerobern
Fürwahr, auch wenn die Prägung stark ist, lässt sich manches nachholen. Wir dürfen folgende Schritte empfehlen:
- Bewusst Unsicherheit suchen – Begeben Sie sich in Situationen, die Sie leicht überfordern
- Entscheidungen ohne Rückversicherung treffen – Üben Sie, auf Ihr eigenes Urteil zu vertrauen
- Analoge Erfahrungen sammeln – Reduzieren Sie digitale Ablenkung, erleben Sie die Welt unmittelbar
- Handwerkliche Tätigkeiten ausüben – Nichts schult Problemlösungsfähigkeit besser als praktisches Tun
- Kleine Risiken eingehen – Beginnen Sie mit überschaubaren Herausforderungen und steigern Sie sich
Die gesellschaftliche Dimension
In der Tat handelt es sich hier nicht nur um ein individuelles oder familiäres Phänomen. Die Konsequenzen reichen weit in die Gesellschaft hinein.
Eine Generation, die nicht gelernt hat, selbstständig zu denken und zu handeln, wird keine Unternehmer, keine Innovatoren, keine Problemlöser hervorbringen. Sie wird abhängig bleiben – von Institutionen, von Strukturen, von anderen Menschen.
Dies ist nicht nur für die Betroffenen selbst problematisch, sondern für die gesamte Wirtschaft und Gesellschaft. Fortschritt entsteht durch Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen, Risiken einzugehen, aus Fehlern zu lernen.
Der Wert der Generation X für die Arbeitswelt
Ehrlich gesagt beobachten wir in der Arbeitswelt einen bemerkenswerten Unterschied: Angehörige der Generation X bringen oft eine pragmatische Problemlösungskompetenz mit, die jüngeren Kollegen fehlt. Sie haben gelernt, sich durchzubeißen, improvisieren zu können, nicht bei der ersten Schwierigkeit aufzugeben.
Dies ist kein Zufall und keine Frage der Intelligenz. Es ist das Resultat unterschiedlicher Prägung. Wer früh gelernt hat, dass man Probleme selbst lösen muss, weil niemand sofort zur Stelle ist, entwickelt andere Fähigkeiten als jemand, der stets auf unmittelbare Hilfe zählen konnte.
Ein Plädoyer für vernünftiges Maß
Wir möchten mit Nachdruck betonen: Es geht uns nicht darum, zu einer unverantwortlichen Erziehung zurückzukehren. Gewisse Sicherheitsstandards sind sinnvoll und wichtig. Kinder sollten im Auto angeschnallt sein. Gewisse Gefahren sollten vermieden werden.
Doch zwischen vernünftiger Fürsorge und erstickender Überbehütung liegt ein weites Feld. Es gilt, die richtige Balance zu finden – eine Balance, die dem Kind zutraut, zu wachsen, die ihm Raum gibt, eigene Erfahrungen zu machen, die akzeptiert, dass zum Leben auch Scheitern gehört.
Die beste Vorbereitung auf das Leben ist nicht, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, sondern dem Kind beizubringen, wie man über Hindernisse springt.
Zusammenfassung: Der Weg zu innerer Stärke
Mit großer Freude dürfen wir feststellen, dass das Bewusstsein für diese Problematik wächst. Immer mehr Eltern erkennen, dass gut gemeinte Überbehütung ihren Kindern nicht dient. Immer mehr junge Menschen selbst spüren, dass ihnen etwas fehlt, und suchen Wege, ihre Selbstständigkeit zu entwickeln.
Die Generation X kann hier als Vorbild dienen – nicht in dem Sinne, dass alles früher besser war, sondern in dem Sinne, dass bestimmte Erziehungsprinzipien zeitlos wertvoll sind:
- Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes
- Raum für eigenständige Erfahrungen
- Akzeptanz von Fehlern als Lernchance
- Übertragung von altersgerechter Verantwortung
- Förderung von Resilienz durch Bewältigung von Herausforderungen
Es ist uns, den Gentlemen aus Hannover, ein besonderes Anliegen, diesen Appell auszusprechen: Mögen sowohl Eltern als auch junge Menschen selbst den Mut finden, sich von übertriebener Sicherheit zu lösen und den Weg zu echter innerer Stärke zu beschreiten. Nur so können wir eine Generation von Machern heranwachsen sehen, die fähig ist, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
Mit aufrichtiger Wertschätzung für alle, die diesen Weg bereits beschreiten, verbleiben wir in der Hoffnung, mit diesen Ausführungen einen Beitrag zur Reflexion geleistet zu haben.




