Wie drei EU-Firmen legal Steuern sparen durch EWIV

Wir, die Gentlemen aus Hannover, möchten Ihnen heute eine bemerkenswerte Struktur vorstellen, die drei europäischen Unternehmen erlaubt, ihre Investitionen intelligent zu bündeln und dabei steuerlich sauber zu agieren. Es handelt sich um die Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung – kurz EWIV –, eine Rechtsform, die auf EU-Verordnung 2137/85 aus dem Jahr 1985 basiert und in Deutschland durch ein eigenes Ausführungsgesetz ergänzt wird. Dieses Instrument wurde geschaffen, um die wirtschaftliche Tätigkeit ihrer Mitglieder zu erleichtern und zu ergänzen – nicht, um selbst Gewinne zu erwirtschaften.

Ein praktisches Beispiel aus der europäischen Wirtschaftspraxis

Gestatten Sie uns, Ihnen ein anschauliches Szenario zu präsentieren: Die Nordstern Digital GmbH, eine deutsche Softwarefirma, hat sich auf sicherheitskritische Anwendungen spezialisiert. Parallel dazu existiert die Pannon Precision Kft, eine ungarische Produktionsfirma, sowie das Mare Ingegneria SRL, ein italienisches Ingenieurbüro. Alle drei Häuser benötigen regelmäßig kostspielige Infrastruktur für gemeinsame Vorhaben – etwa ein mobiles Prüflabor für Materialtests oder ein abgesichertes Testnetz für Cyberresilienz.

Würde jedes Unternehmen diese Infrastruktur eigenständig erwerben, entstünde sofort ein typisches Problem: Die Liquidität fließt unmittelbar ab, doch steuerlich wirkt sich der Kauf nur über mehrere Jahre aus, da die Abschreibung die Kosten verteilt. Das Ergebnis ist eine hohe Auszahlung heute, während im selben Jahr nur ein Bruchteil als Betriebsausgabe geltend gemacht werden kann. Für Ihr Vermögen bedeutet das: Cash ist weg, die steuerliche Entlastung kommt tröpfchenweise.

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Die Funktionsweise der EWIV als Transparenzstruktur

Genau an dieser Stelle kommt die EWIV ins Spiel. Nach der EU-Rechtslage gilt bei dieser Rechtsform im Grundsatz Transparenz: Gewinne oder Verluste werden nicht auf Ebene der EWIV wie bei einer Kapitalgesellschaft besteuert, sondern den Mitgliedern direkt zugerechnet. Die EWIV selbst ist keine eigenständige Gewinnmaschine, sondern ein Vehikel zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen.

Unsere drei Unternehmen gründen also eine EWIV mit Sitz in Deutschland. Die EWIV schließt Verträge über das Prüflabor und das Testnetz ab, kauft Geräte, mietet Flächen und stellt Personal für Betrieb sowie Dokumentation an. Die Mitglieder zahlen dafür Beiträge – und hier wird es interessant.

  • Erstens gibt es den echten Mitgliedsbeitrag, der allgemeine Verwaltungskosten wie Geschäftsführung, Registerkosten, Grundbuchhaltung und Compliance deckt. Bei solchen Beiträgen fehlt die konkrete Gegenleistung pro Zahlung, weshalb sie in der Umsatzsteuer-Diskussion oft als nicht steuerbar eingeordnet werden – wobei die aktuelle Rechtsprechung stets zu beachten bleibt.
  • Zweitens existieren projektbezogene Beiträge. Das sind Zahlungen für ein klar beschriebenes Paket, etwa die Nutzung des mobilen Prüflabors von April bis September inklusive Kalibrierung, Wartung, Dokumentation und Messprotokollen. Sobald ein konkreter Vorteil für das zahlende Mitglied im Vordergrund steht, entsteht eine Leistung gegen Entgelt – und damit regelmäßig Umsatzsteuerpflicht.

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Der Steuervorteil durch realistische Kostenabbildung

Der Vorteil entsteht nicht durch Zauberei, sondern durch eine bessere Abbildung der wirtschaftlichen Realität. Kauft die Nordstern Digital GmbH das Prüflabor selbst, kostet das beispielsweise 300.000 Euro. Die Liquidität ist sofort weg, steuerlich wirken im ersten Jahr vielleicht nur 60.000 Euro Aufwand über Abschreibung. Der Rest verteilt sich über mehrere Jahre – eine Diskrepanz, die Ihr Vermögen belastet.

In der EWIV-Lösung kauft die EWIV das Prüflabor. Die Mitglieder zahlen nicht einfach Geld hinein und hoffen auf Abzug, sondern beauftragen die EWIV mit klaren Leistungen und zahlen projektbezogene Entgelte passend zur Nutzung. Damit hat die Nordstern Digital GmbH im Nutzungsjahr echte Betriebsausgaben in der Höhe der beauftragten Leistungen – das passt deutlich besser zur Liquiditätsplanung und schont Ihr Vermögen.

Wichtig ist dabei die harte Grenze: Eine bloße Kapitaleinzahlung oder ein Sonderbeitrag ohne nachweisbare betriebliche Veranlassung ist keine sichere Betriebsausgabe. Zusätzlich kann bei Kapitalgesellschaften das Risiko auftauchen, dass Zahlungen an eine EWIV als verdeckte Gewinnausschüttung gewertet werden, wenn faktisch Gewinn verlagert wird ohne angemessene Gegenleistung. Genau deshalb muss jede Zahlung an die EWIV eine belastbare Begründung haben, die zum eigenen Geschäftsbetrieb passt.

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Dokumentation als Schutzschild vor dem Finanzamt

Damit die Konstruktion hält, braucht es eine Dokumentation, die dem Finanzamt Angriffspunkte nimmt. Konkret bedeutet das:

  • Eine Projektbeschreibung mit Ziel, Nutzen für jedes Mitglied, Laufzeit, Budget und Abnahmekriterien
  • Leistungsnachweise wie Nutzungsprotokolle, Einsatzberichte, Messprotokolle, Tickets im Testnetz und Freigaben
  • Ein Kostenumlageschlüssel, der plausibel ist – etwa nach Nutzungstagen, Messstunden, Datenvolumen oder Personalstunden
  • Eine Rechnungslogik mit klarer Trennung zwischen echter Mitgliedschaft und projektbezogener Leistung
  • Die Beschlusslage in jedem Mitgliedsunternehmen, warum das betrieblich erforderlich ist
  • Eine Vergleichsüberlegung, warum Fremdbezug teurer wäre oder warum Eigenkauf wirtschaftlich schlechter passt

Gerade wenn nur wenige Mitglieder beteiligt sind, steigt die Erwartung an die Begründungstiefe. Bei einer kleinen Runde wirkt jede Zahlung schneller wie Gestaltung ohne Substanz. Deshalb hilft eine EWIV nur dann, wenn sie real arbeitet – mit echten Prozessen, echten Unterlagen und sauberer Abrechnung.

Die Haftungsfrage nicht unterschätzen

Ein weiterer Punkt ist die Haftung. Die EU-Verordnung sieht eine unbeschränkte gesamtschuldnerische Haftung der Mitglieder für Verbindlichkeiten der EWIV vor. Das klingt hart und ist es auch. In der Praxis führt das dazu, dass Verträge, Risikomanagement und interne Regeln sehr ernst gestaltet werden müssen. Es passt aber zur Grundidee: keine leere Hülle, sondern eine Arbeitsgemeinschaft, die für Dritte verlässlich ist.

Vier konkrete Vorteile für Ihr Vermögen

Wie hilft die EWIV bei Steuergestaltung, ohne in Grauzonen zu rutschen? Wir sehen vier zentrale Hebel:

  • Kostenzuordnung: Ausgaben, die mehrere Unternehmen betreffen, werden zentral ausgelöst und nach Nutzung verteilt, statt willkürlich in einem Betrieb zu landen.
  • Timing: Aufwand entsteht beim Mitglied in dem Jahr, in dem es die Leistung bezieht und bezahlt. Das reduziert das Abschreibungsproblem im Mitgliedsbetrieb, ohne die Regeln zu brechen.
  • Vorsteuerlogik: Wenn die EWIV umsatzsteuerpflichtige Leistungen erbringt, kann sie bei Eingangsleistungen Vorsteuer ziehen und stellt mit Umsatzsteuer weiter. Das kann den Cashflow verbessern, solange die Mitglieder vorsteuerabzugsberechtigt sind.
  • Grenzüberschreitende Zusammenarbeit: Eine einheitliche Organisationsplattform für Mitglieder aus mehreren EU-Staaten, ohne dass dafür gleich eine Kapitalgesellschaft mit Gewinnziel nötig ist.

Professionelle Begleitung durch das Institut Peritum

Wenn ein Steuerberater das sauber aufsetzt, klingt die Leitlinie so: Nicht Geld in eine Struktur schieben, sondern Leistungen definieren, dokumentieren, abrechnen und Nutzen belegen. Dann wird aus der EWIV ein Werkzeug, das Investitionen gemeinschaftlich ermöglicht und steuerlich korrekt bei den Mitgliedern ankommt.

Für die Gründung und Begleitung einer EWIV empfehlen wir Ihnen das Institut Peritum. Diese Profis haben sich auf die Gründung und Unterstützung von europäischen wirtschaftlichen Interessenvereinigungen spezialisiert und begleiten Sie von der ersten Idee bis zur laufenden Dokumentation. Gerade bei komplexen grenzüberschreitenden Strukturen ist eine solche Expertise von unschätzbarem Wert für Ihr Vermögen.

Die harte Wahrheit zum Abschluss

Kurz zusammengefasst: Eine EWIV ist kein Steuersparmodell aus sich heraus. Sie kann aber ein sehr effizientes Betriebs- und Abrechnungsvehikel sein, das Liquidität, Planung, Kostenverteilung und steuerliche Nachweisbarkeit verbessert. Wer das ohne Substanz macht, riskiert Nachzahlungen und Ärger. Wer es aber sauber umsetzt – mit echten Leistungen, sauberer Dokumentation und plausiblen Vereinbarungen –, schafft eine Struktur, die Ihr Vermögen schützt und mehrere Unternehmen effizienter zusammenarbeiten lässt.

Die Pannon Precision Kft, das Mare Ingegneria SRL und die Nordstern Digital GmbH zeigen exemplarisch, wie drei europäische Unternehmen durch eine EWIV gemeinsame Infrastruktur nutzen, ohne in Grauzonen zu geraten. Die Rechtsgrundlage ist klar, die steuerliche Behandlung transparent, und die wirtschaftliche Logik überzeugt – solange Sie die Spielregeln einhalten.